Mit Schweißperlen auf der Stirn durchforste ich die Foren – eine Schreckensmeldung jagt die nächste. Viele Beiträge – eine Aussage: Rufnummermitnahme? Selten ohne Probleme!

Ich will dir nun eine Step by Step Lösung zeigen, an der du dich einfach entlanghangeln kannst um mit deiner alten Rufnummer zum neuen Mobilfunkanbieter zu wechseln. Natürlich können Betreiber auch hier Probleme verursachen z. B. durch verzögerte Rückantworten. Ich vereine hier meine eigene Erfahrung mit Lösungen aus Foren und hoffe euch damit lästiges Lesen zu ersparen.

1. Kündigung des alten Anbieters

Die Kündigung sollte so früh wie möglich versendet werden – nicht erst auf den letzten Drücker. Wichtig hierbei ist die Kündigungsfrist des Vertrages – jenseits der “flex-Veträge” (welche monatlich kündbar sind) ist die Frist oftmals 3 Monate zum Vertragsende. Schau diesbezüglich bitte in deinen Unterlagen nach.

Heißt im Klartext: Wenn deine Kündigung nicht 3 Monate vor Vertragsende bei dem alten Anbieter auf dem Tisch liegt, wird der Vertrag automatisch verlängert.

Die Kündigigung sollte in etwa so aussehen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meinen Mobilfunkvertrag für die Mobilfunknummer (Eure Nummer) / Kundennummer: (Eure Kundennummer)  fristgerecht zum nächstmöglichen Termin.

Bitte senden Sie mir in den nächsten Tagen eine schriftliche Kündigungsbestätigung mit Angabe des Vertragsende-Datums.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nicht für Rückwerbeversuche zur Verfügung stehe.

Vielen Dank!

(Hinweis 1: Für eine vorzeitige Rufnummermitnahme (vor Vertragsende) muss folgender Satz in die Kündigung eingefügt werden: “Ich beantrage eine vorzeitige Portierung meiner Rufnummer.” Nachdem dein alter Anbieter dieses schreiben bekommen hat, wird er die Portierung für  30 Tage freischalten. In dieser Zeit muss dein neuer Anbieter die Portierung anfragen. Ein ziemliches hin & her, würde ich nur im Notfall empfehlen. Die vorzeitige Portierung kann man übrigens öfters stellen – falls es beim ersten Mal nicht klappt.)

(Hinweis 2: Falls du eine Prepaid-Karte besitzt und deine Rufnummer mitnehmen möchtest musst du außerdem eine sogenannte “Verzichsterklärung” schreiben – Vorlagen findest du hier, hierfür fallen die üblichen Rufnummermitnahme-Gebühren zwischen 25€ – 30€ an. Diese müssen als Guthaben auf der Karte sein!)

(Hinweis 3: Der letzte Satz ist optional – meistens wird man von solchen Rückwerbeversuche mit “unschlagbaren Angeboten” genervt. O2 hat sich diesbezüglich bei mir vorbildlich verhalten. Es kam jediglich ein Anruf von einem netten Mitarbeiter, dem ich den Grund der Kündigung schildern sollte. So etwas finde ich völlig legitim und ist auch notwendig zur Verbesserung.)

Die schriftliche Kündigungsbestätigung ist äußerst wichtig um den zeitlich korrekten Eingang im Falle eines Falles nachweisen zu können. Darauf musst du auch bestehen – selbst wenn der Anbieter es dir bereits am Telefon bestätigt hat. Ebenfalls musst du nachhaken, wenn du das Gefühl hast, dass du ignoriert wirst – dann einfach mal dort anrufen.

Nachdem du die Kündigung mit Datum versehen und unterschrieben ausgedruckt hast, musst du diese nur noch versenden. Ich empfehle hier entweder das Fax mit Übermittlungsbestätigung oder per Einschreiben bei der Post. Wichtig auch hier wieder etwas “in der Hand” zu haben.

2. Erhalt der Kündigungsbestätigung

Nach Erhalt der Kündigungsbestätigung überprüfst du das Vertragsende. Stimmt dieser mit deiner Schätzung überein? Ansonsten anrufen und nachfragen.

3. Auftrag an den neuen Anbieter

Nachdem du deinen neuen Anbieter ausgewählt hast und den fixen Kündigungstermin kennst, geht es nun um den nahtlosen Übergang mit der Rufnummermitnahme. Um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten darf der Auftrag frühestens 120 vor Vertragsende – spätestens 20 Tage danach eingehen.

(Hinweis: Für die Rufnummermitnahme fallen kosten beim alten Anbieter an, zwischen 25€ – 30€)

Und jetzt Achtung!:

Bei der Bestellung ist es unbedingt notwendig, dass folgende Angaben bei deinem alten sowie neuen Anbieter aufs kleinste übereinstimmen:

Bei Privatkunden: Nachname, Geburtsdatum, Rufnummer

Bei Geschäftskunden: Firmenbezeichnung, Kundennummer, Rufnummer

Falls du hier einen Fehler machst, ist die Rufnummermitnahme automatisch zum scheitern verurteilt und du bekommst eine neue Rufnummer zugewiesen.

4. Bestätigung durch neuen Anbieter

Theoretisch solltest du nun bald von deinem neuen Anbieter eine Bestätigung erhalten, dass deine Rufnummermitnahme zum gewünschten Termin (vorzeitig oder zum Vertragsende) stattfindet. Das ist der Moment, wo ihr den Sekt rausholen könnt ;-)

5. Probleme und Lösungen

Alter Anbieter behauptet, dass die Kündigung nicht rechtzeitig angekommen ist – Vertrag wurde automatisch verlängert:

Sofern du keinen schriftlichen Beweis hast: Kündigungsbestätigung, Übermittlungsbestätigung, Einschreiben-Empfangsbestätigung – hast du leider schlechte Karten und kannst nur noch auf Kulanz hoffen.

Rufnummermitnahme wurde verweigert (unbekannter Grund):

Neuen Anbieter anrufen und nach dem Grund fragen – danach alten Anbieter anrufen und den Grund beseitigen lassen. Danach wieder beim neuen Anbieter anrufen und eine neue Rufnummermitnahme beantragen – ggf. (weil viele Anbieter bei fehlgeschlagener Portierung einfach eine neue Rufnummer zuweisen) die neue Nummer stornieren, was telefonisch klappen sollte.

Alter Anbieter antwortet nicht auf die Kündigung:

Hier siegt meist die Dreißtigkeit – anrufen und nachfragen, wenn es sein muss öfters.

Falls du noch Fragen haben solltest oder irgendwas unklar ist, schreibe deine Frage einfach in die Kommentare.

Ich war fast immer ein zufriedener Kunde von o2. Der Preis stimmte, das Netz war gut, die Mitarbeiter waren stets nett (auch bei der kostenlosen Hotline) und brachten schnelle Hilfe. Zwei Dinge haben mich dann doch zu einem Wechsel bewegt:

1. Ich bin öfters in verschiedenen Städten unterwegs und leider habe ich immer, wenn ich es wirklich brauche, keinen Empfang – aber solche Funklöcher hat jedes Netz.

2. Bei o2 nutzte ich den Internet-Pack-M Vertrag, welcher 300MB und 50 Web-SMS enthielt – für 10€. Ich überschreite allerdings fast monatlich diese 300MB und werde danach gedrosselt. Die nächste Tarifstufe enthält dann gleich 1GB für stolze 25€ (kein reiner Datentarif, scheint es auch gar nicht mehr zu geben?).

Der Punkt 2 – die Unflexibilität war der viel ausschlaggebendere Punkt zu wechseln.

congstar-gutschein_1

Da ich mich Netztechnisch nicht verschlechtern wollte und Vodafone nur marginal besser zu sein scheint, sollte es der bisher unangefochtene Platzhirsch sein – das Telekom-Netz. Die Tarife bei der Telekom sind mir allerdings viel zu teuer. Nun macht seit einigen Jahren die Tochtergesellschaft der Telekom, Congstar mit bunter Werbung im TV auf sich aufmerksam.

Entschieden habe ich mich nun für die Surfflat 500 – welche im Gegensatz zu o2 200MB mehr bietet zum gleichen Preis. Wenn es irgendwann nötig werden sollte, kann ich für 3€ mehr auf 1GB aufstocken. Alles im Flex-Vertrag, um monatlich kündigen zu können.

Tipp: Um das maximale rauszuholen, sollte man natürlich im Bekanntenkreis nachfragen, ob euch jemand werben kann. Das könnte sich, wie hier bei Congstar, lohnen:

Neue Bitmap

Das klingt gerade alles sehr nach Werbung – wir bekommen allerdings keinen Cent dafür! Dies soll nur als Beispiel dienen.

Für mich hat der Wechsel im Nachhinein mehr gebracht als zuerst gedacht. Es war interessant zu sehen, dass ich an Orten wo ich vorher nicht einmal telefonieren konnte, nun sogar noch mit Edge-Verbindung surfen kann. Natürlich kommt es auch vor, dass o2 in manchen Ortsteilen besseren Empfang hatte – allerdings überwiegt der andere Teil zumindest bei mir und ich hatte noch keinen totalen Netzverlust.

Im zweiten Teil von “meinem Wechsel zu Congstar” geht es an das Eingemachte: Kündigung, Bestellung und wovor sich viele fürchten – Rufnummernmitnahme. Mehr dazu nächste Woche!