Autor: Maze
20.Mai.2013

Da liegt er nun vor mir, matt schwarz auf der Vorderseite, mit der typischen QWERTZ Tastatur, chromartig auf der Rückseite, das neue Flaggschiff Smartphone von Blackberry, der Q10. Mit einer Größe von  119,6 mm x 66,8 mm und einer Dicke von 10,4 mm wirkt das Smartphone sehr dynamisch, im Gegensatz zu einem Samsung Galaxy S3. Allerdings habe ich beide Smartphones (Q10 und S3) in den Händen gehalten und muss sagen, das Q10 wiegt ein wenig mehr als mein S3. Es liegt jedoch eindeutig viel besser in der Hand, dadurch dass es in der Höhe gut 1cm kleiner ist. Der Bildschirm des Q10 ist 3,1 Zoll groß und schafft eine Auflösung von 720 x 720 Pixeln. Das Gewicht des Q10 kommt wohl durch das Material, welches verarbeitet wurde. Die komplette Front besteht aus mattem schwarzen Metall, sowohl die QWERTZ Tastatur als auch die Akkuabdeckung sind aus Plastik, welches aber sehr stabil und robust wirkt. Hier kann ich keinerlei Anzeichen von schlechter Verarbeitung entdecken. Das Q10 besitzt auch keine Rillen, z.B. zwischen Display und Gehäuse, in denen sich der Staub festsetzen kann. Wer ein S3 hat weiß wovon ich spreche. An der rechten Seite befindet sich der Laut-Leise-Regler in mattem Silber. Auf der linken Seite wurde der typische Mini-USB Anschluss und ein HDMI Anschluss untergebracht. Der Knopf zum Entsperren befindet sich auf der Oberseite. Was mir persönlich noch sehr gut gefällt ist die Platzierung des Lautsprechers. Wo bei den meisten Smartphones der Steckplatz für das Aufladekabel ist, befindet sich beim Q10 ein Lautsprecher. Nämlich auf der Unterseite. Das Positive daran ist, man kommt eigentlich zu keinem Zeitpunkt der Bedienung auf den Lautsprecher um diesen zu verdecken. Das negative, ich wüsste jetzt im ersten Moment nicht wie ich das Q10 auf einer Dockingstation platzieren würde. Das Q10 hat zwei Kameras, eine hinten und eine vorne, mit 8 und 2 Megapixel. Es bringt Adapter für GPS, WLAN, Bluetooth und LTE mit. Ein Infrarot Adapter fehlt allerdings, obwohl dieser in den meisten neuen Handys wieder zu finden ist. Insgesamt gefällt mir das Q10 äußerlich richtig gut. Eine stabile und saubere Verarbeitung sowie ein handliches und schickes Design lassen das Smartphone sehr gut in der Hand liegen.

Kommen wir nun zum Innenleben des Q10. Die Hardware besteht aus einem DualCore mit einer Taktrate von 1,5 GHz, was nicht mehr dem aktuellsten Stand entspricht. Hinzu kommen 2GB RAM sowie 16 GB interner Flashspeicher, welcher durch eine micro-SD erweitert werden kann.

Durch einen Druck auf den Standbye Knopf auf der Oberfläche erwacht das Smartphone und zeigt mir einen typischen Sperrbildschirm, wie ich Ihn auch von anderen Smartphones gewohnt bin. Ich bekomme Informationen über die Uhrzeit, das aktuelle Datum sowie Netzerreichbarkeit und Akkustand. Mit Druck auf ein kleines Kamerasymbol in der rechten unteren Ecke gelange ich direkt aus dem Sperrbildschirm in die Kamera App um Bilder aufzunehmen. Auch dies ist keine Neuerung von Blackberry, sondern auch schon in vielen anderen Systemen zu finden. Durch eine Wischgeste von unten nach oben entsperre ich das System und gelange direkt in das Menü des Q10. Im Menü finde ich alle Apps, die momentan auf dem Smartphone installiert sind. Durch typische Wischgesten von links nach rechts oder umgekehrt, kann ich bequem und ohne ein Anzeichen von einem Ruckler durch das Menü navigieren. Allerdings muss ich sagen, dass mich das ganze sehr an iOS erinnert. Es gibt, genauso wie bei iOS kein „Desktop“ auf dem ich Widgets oder Ordner platzieren kann. Möchte ich Apps verschieben halte ich kurz auf einer App gedrückt bis das Q10 in den „Verschiebemodus“ wechselt. Danach kann ich die Apps bequem hin und herschieben. Zusätzlich zu allen Apps bietet mir das Menü die Möglichkeit jederzeit den Kameramodus oder den Telefonmodus über zwei kleine Shortcuts aufzurufen. Wenn ich mich ganz nach links durch das Menü durchhangel, gelange ich in den hoch gelobten Blackberry Hub. Ich muss sagen dieses Teil hat es mir wirklich angetan. Der Hub bietet mir eine einfache und sehr übersichtliche Anzeige über sämtliche Ereignisse. Hier werden alle Anrufe, SMS, WhatsApp – Nachrichten, Emails usw. in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Wo ich bei einem Androidsystem alle Meldungen einzelnd angezeigt bekomme habe ich beim Blackberry System einen gesammelten und geordneten Überblick in einer einzigen App von welcher ich dann durch einen Klick in die jeweilige App gelange in der die Nachricht geschrieben wurde.  Der Hub bietet auch Sortier und Suchfunktionen mit welchen ich auf einfachste Art und Weise alte Nachrichten wiedefinden kann.

Ähnlich wie bei Android hat auch das Blackberry System ein Dropdown Menü, welches sich durch eine Wischgeste von oben nach unten jederzeit aufrufen lässt. Hier kann man z.B. das Wlan ein und ausschalten oder die Einstellungen aufrufen. Nachrichten werden hier allerings nicht angezeigt, was aber auch gar nicht schlimm ist, denn diese Aufgabe übernimmt der Blackberry Hub. Um eine App zu schließen nachdem ich sie gestartet habe wische ich einfach von unten nach oben (genauso wie beim entsperren zuvor). Danach bekomme ich eine Ansicht sämtlicher offenen Apps im Kleinformat angezeigt und kann mich dann entscheiden ob ich eine andere App wiederöffnen möchte oder ob ich diese durch einen Druck auf ein kleines x schließen möchte. Das schreiben mit der QWERTZ Tastatur fällt mir noch schwer. Die Tasten sind die typischen kleinen Blackberry Tasten mit denen ich im Moment noch nicht gut zurecht komme. Allerdings sehe ich bei meiner Freundin wie effektiv man mit ein bisschen Übung diese Tastatur beherrscht, sodass man blind auf dem Smartphone schreiben kann, was auf einer Touchtastatur quasi unmöglich ist. Insgesamt ist der Mix aus Tastatur und Touch perfekt gelungen. Ich hangel mich sehr leicht durch das Menü, öffne eine App, benutze die Tastatur zum schreiben und „touche“ mich danach weiter durch das System.

Neue Apps bekomme ich bei Blackberry in der „Blackberry World“. Um diese zu benutzen brauche ich eine Blackberry ID, welche ich durch eine einfache Anmeldung bekomme. Allerdings ist das Angebot an Apps eher gering. Mag daran liegen dass ich durch mein Nexus 10 und S3 „Androidverhältnisse“ gewohnt bin oder aber dass Blackberry sein System erst vor ein paar Monaten veröffentlicht hat. Die wichtigsten Apps wie Whats App oder Facebook sind schon vorhanden. Wie sich die Blackberry World letztendlich entwickelt bleibt abzuwarten.

Als Fazit kann ich sagen, bei diesem Smartphone hat sich wirklich jemand Gedanken gemacht. Die Zusammenarbeit zwischen Touch und QWERTZ Tastatur ist wirklich gelungen und das System zeigt keine Ruckler oder Hänger. Die Verarbeitung ist sehr robust und das Q10 liegt gut in der Hand. Allerdings fehlt mir persönlich ein eigener Desktop, den ich nach meinen Wünschen mit Widgets und Ordnern gestalten kann und die Auswahl der Apps ist im Moment auch noch sehr begrenzt.

Um nun die Frage zu beantworten, könnte Blackberry ein alternativ System für Android sein, muss ich sagen NEIN. Ich liebe mein Androidsystem und würde mir auch jederzeit wieder ein Androidsystem zulegen. Allerdings gefällt mir das Blackberry System wirklich sehr gut und gäbe es dort auf dem großen Smartphonemarkt kein Android würde meine Wahl auf ein Blackberry fallen. Ich persönlich sehe großes potential in diesem System und wenn man zurückdenkt an die alten Zeiten zu Android 1.6 weis man dass sich ein System sehr schnell weiterentwickeln kann.

Habt ihr noch Fragen zu Blackberry oder zum neuen Q10 könnt ihr die gerne in den comments stellen. Ich werde diese so gut beantworten wie ich kann.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen noch einen schönen Pfingsmontag und lasst eucht das Essen munden.

 

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